Freitag, 30. November 2007

Kreditkrise schwappt auf Osteuropa über

Die seit Monaten zu vernehmenden Warnsignale internationaler Institutionen, die auf steigende Ungleichgewichte in Ost- und Südosteuropa hinweisen, scheinen berechtigt gewesen zu sein. In den letzten Wochen haben die Schockwellen der internationalen Finanzkrise mehrere Länder der Region erfasst.

Augenscheinlichstes Zeichen der Ansteckung ist die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe aus Angst vor Zahlungsunfähigkeit. Dieses Risiko lässt sich am besten an den Prämien messen, mit denen man sich gegen Kreditausfälle versichern kann. Die Aufschläge sind in Rumänien und Bulgarien seit Jahresmitte um rund 50 und im Baltikum um 75 Basispunkte gestiegen, berichtet Unicredit-Osteuropa-Analyst Simon Quijano-Evans. Ähnliche Probleme, wenngleich in geringerem Ausmaß, wurden in Serbien und Kroatien beobachtet.

Hauptproblem dieser Länder sind die hohe Auslandsverschuldung und die teilweise riesigen Leistungsbilanzdefizite (siehe Grafik und unten stehendes Interview). Quijano-Evans: "Die Entwicklung geht in die falsche Richtung", die Kreditkrise stelle zusehends ein Problem für die betroffenen Länder dar. Ähnlich lautet der Befund der Weltbank: Sie spricht in einem vor kurzem veröffentlichten Bericht vom "Risiko, dass sich die Finanzkrise vertieft und die Außenfinanzierung dann möglicherweise dauerhaft schrumpft". Auch hier wären die Folgen für Staaten mit hohen Leistungsbilanzdefiziten am schmerzhaftesten.

Sonntag, 25. November 2007

RTB Bor und Mirko Kovats: wer macht das Rennen?

Wie von uns berichtet ist Mirko Kovats der Höchstbieter für das serbische Kupferkonglomerat RTB Bor: Er bietet 466 Millionen Dollar an Kaufpreis, sein Kontrahent Oleg Deripaska 370 Millionen. Nun will die Privatisierungsagentur über die beiden Angebote beraten, aber der Sieger ist mit grösster Wahrscheinlichkeit der österreichische Industrielle. Dabei galt der russische Investor in Serbien lange als Favorit.

finanztipp telefonierte mit Mirko "Trickser" Kovats kurz nach der Angebotsöffnung in Belgrad: „Wir freuen uns sehr, es ist ein sehr interessantes Unternehmen, aus dem wir einen Betrieb nach westeuropäischen Standards machen werden." Kovats' A-Tec Industries hält bereits andere Beteiligungen im Kupfersektor (für deren Erwerb die A-Tec heuer 400 Millionen Euro hinlegte), RTB Bor dürfte nicht zuletzt wegen seinen Kupferminen interessant sein. Ob er über das deutlich niedrigere Angebot der Konkurrenz überrascht sei? „Den Mitbieter kommentiere ich nicht."

Die zusätzliche Mindestinvestition in das restrukturierungsbedürftige Werk beträgt weitere 180 Millionen Dollar. Wieviel er im Endeffekt investieren will, sagt Kovats nicht: „Wir haben verschiedene Varianten durchgerechnet, konkreter möchte ich es jetzt nicht sagen, wir müssen ja erst verhandeln. Wir werden unsere Verpflichtungen aber sicher übererfüllen, wie wir das bereits bei ATB Sever getan haben." ATB Sever ist eine Elektromotorenfabrik in Serbien, die von A-Tec Industries übernommen wurde.

Nun muss mit dem Verkäufer, der serbischen Regierung, der Kaufvertrag ausgearbeitet werden. Ein Thema werden sicher die 5.000 Beschäftigten. Das Management der RTB Bor wolle man mit lokalen High Potentials besetzen, sagt Kovats. Ob die serbische Regierung einen finanziellen Beitrag zur teuren Umweltsanierung leistet ? „Da müssen Sie die Regierung fragen."

Die Vertreter von Oleg Deripaskas Firma SMR wollen heute Nachmittag eine Pressekonferenz in Belgrad veranstalten. Sie kündigen an, sich den Verhandlungsprozess der serbischen Regierung und Mirko Kovats ganz genau ansehen zu wollen - noch sei die Geschichte nicht vorbei, wie ein Vertreter zum WirtschaftsBlatt sagt. Deripaskas Lager ist vor allem der Meinung, Kovats habe sich deutlich übernommen.

Die finanzielle Belastung für Kovats ist in der Tat hoch und würde aus dem heutigen Stand die Nettoverschuldung von A-Tec Industries verdoppeln. Kovats, gegen den derzeit ein hochbrisantes Strafverfahren läuft - es drohen ihm bis zu zehn Jahre Hadt - gilt in Insiderkreisen schon jetzt als Koloss auf tönernen Füßen und "zweiter Werner K. Rey" (Neue Zürcher Zeitung). Zuzüglich der ohnehin rekordverdächtigen 466 Millionen Dollar sind auch noch 40 bis 70 Millionen Dollar fürs RTB-Umlaufvermögen zu zahlen. Kovats: „Es stimmt, das Umlaufvermögen muss separat bezahlt werden, dieses muss aber erst bewertet werden." Nicht bezahlen müsse man die RTB-Schulden, es handle sich hiebei um einen reinen Assetkauf, sagt er. Kovats zeigt sich im WirtschaftsBlatt-Gespräch zuversichtlich, dass der Deal ordnungsgemäss über die Bühne gehen wird, verweist aber bei Detailfragen auf laufende Verhandlungen. Vor Weihnachten werde sich ein Vertragsabschluss wohl nicht ausgehen, sagt er.

Samstag, 24. November 2007

Meinl - Bank - Skandal: MEL fliegt aus dem Prime Market

Die Wiener Börse AG kündigt den Prime Market Vertrag mit MEL. Das Unternehmen hat nach Ansicht der Wiener Börse durch unzureichende Information Interessen des Prime Markets und dessen Teilnehmer verletzt. Um MEL einen geordneten Rückzug aus dem Prime Market zu ermöglichen, erfolgt die Umreihung in das Marktsegment „standard market continuous“ zum Ablauf des folgenden letzten Handelstages im Handel mit Optionen und Finanzterminkontrakten, das ist der 21. Dezember 2007. Mit diesem Zeitpunkt scheidet die MEL auch aus dem ATX-Prime, die Notierung der MEL im amtlichen Handel ist davon nicht betroffen. Gleichzeitig betont die Wiener Börse, dass eine Wiederaufnahme der MEL in den Prime Market zu einem späteren Zeitpunkt dadurch nicht ausgeschlossen sei.

MEL wehrt sich

Diese Vorgangsweise kann MEL ganz und gar nicht verstehen: „Aus Sicht von MEL ist der Schritt der Börse zu diesem Zeitpunkt unverständlich. Denn das Straferkenntnis der FMA ist nicht rechtskräftig und die Informationen zu den Meldungen und Käufen von MEL liegen der Börse seit vielen Wochen vor. Weiters hätte MEL – wie zuletzt behauptet – die Feststellungen der FMA im Zusammenhang mit den Handlungen der Börse nicht irreführend dargestellt, weil die FMA zur Börse und Dritten tatsächlich diese Feststellung traf“, so MEL in einer ersten Reaktion gegenüber dem Infodienst finanzfiasko.

„Notierung von Börse gewünscht“

Schließlich meint die Börse, dass MEL gegen die Interessen des Prime Market verstoßen habe, bezeichnet diese aber nicht näher. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist jedenfalls, dass die MEL-Notiz im Prime Market von der Börse gewünscht war und MEL bloß der Einladung folgte. Aus all diesen Gründen sei die Vertragskündigung durch die Börse für MEL rechtlich nicht nachvollziehbar.

Prime Market

Die Wiener Börse wird in den Prime Market und den Standard Market gegliedert. Der Prime Market ist seit 1. Januar 2002 ein Marktsegment der Wiener Börse AG, in dem Aktien von Gesellschaften (Emittenten) aufgenommen sind, welche sich über die für die Zulassung von Aktien zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr an der Wiener Börse AG geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Börsegesetzes hinausgehend vertraglich zur Einhaltung erhöhter Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien verpflichten.

Auf dem Standard Market werden die regulären Aktien gehandelt werden, der Standard Market Continuous ist ein Untersegment des Standard Market.

Montag, 19. November 2007

MI Trade - internetbasierte Sekundärmarktplattform für Hedgefondsprodukte

Man Investments, einer der weltweit größten Anbieter von Hedgefonds-Produkten, lanciert MI Trade, eine internetbasierte Sekundärmarkt-Plattform, die den Kauf und Verkauf von Hedgefonds wesentlich erleichtern und beschleunigen soll, berichtet mauthner's finanzblog. Hedgefonds-Transaktionen werden zurzeit normalerweise über einen Zeitraum von einem Monat bis einem Quartal abgewickelt. Mit MI Trade ist dies nun – zumindest mit ausgewählten Produkten von Man Investments – auf täglicher Basis möglich. Somit können Anleger ihre Strategien mit Hedgefonds ähnlich rasch und flexibel anpassen wie mit Aktien- und Obligationen. MI Trade erlaubt es Anlageberatern und Vermögensverwaltern dank täglicher Liquidität durch sofort gestellte Preise ihre Hedgefonds-Portfolios aktiv zu verwalten.

„Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorne, der Man Investments nachhaltige Wettbewerbsvorteile bringt“, kommentiert John Morrison, CEO von Man Investments, die Innovation. „Die Anleger können jetzt ihr gesamtes Portfolio, also nicht nur Aktien, Obligationen und Immobilienanlagen, sondern auch Hedgefonds-Produkte, einfach und ohne Mehrkosten aktiv verwalten.“

Die auf MI Trade handelbaren Produkte decken ein breites Spektrum an Fondsmanagern ab, die attraktive Anlagebereiche – von Rohstoffen, Emerging Markets, Managed Futures, Health Care, Immobilien bis hin zu umweltbasierten Produkten – beinhalten. Das System bedient sich der gängigen Transaktions- und Clearingsysteme. Außerdem, so Man, wird die Plattform in Bezug auf Produkte und Reichweite künftig weiter ausgebaut werden.

Mittwoch, 14. November 2007

Immofinanz: Dringend Kohle gesucht!

An der Börse ist die Wiener Immobiliengesellschaft Immofinanz schwerstens unter Druck. Die Aktie kostet bereits weniger als sieben €.

Gegenüber dem Höchstkurs von 12,54 €, der heuer erreicht wurde, ist das ein beträchtlicher Abschlag. Dennoch startet Chef Karl Petrikovits eine Geldbeschaffungsaktion. Er kündigte Mittwoch Mittag eine Wandelschuldverschreibung mit einem Gesamtnennbetrag von 650 Millionen € an, zusätzlich einer Erhöhungsoption um nochmals 100 Millionen €. Die Laufzeit der Anleihe, die zur Wandlung in etwa 77,41 Millionen Immofinanz-Aktien (auf Basis des Schlusskurses von Dienstag und 750 Millionen € Gesamtvolumen), beträgt zehn Jahre. Man nütze die von der Hauptversammlung am 27. September erteilte Ermächtigung, heisst es.

Petrikovits bietet die Rückzahlung zu 123,20 bis 129,70 Prozent des Nennwertes an. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Der Kupon wird voraussichtlich 1,25 Prozent jährlich betragen und die Rendite bis zur Fälligkeit voraussichtlich in einer Spanne zwischen 3,25 und 3,75 Prozent jährlich sowie die Wandlungsprämie zwischen 34 und 39 Prozent über dem Referenzaktionkurs liegen. Mit der Transaktion sind die Deutsche Bank, J.P. Morgan Securities, und Merrill Lynch beauftragt. Die Constantia Privatbank ist Co-Lead Manager.

Wozu Immofinanz so viel Geld braucht: zur Rückzahlung von Bankverbindlichkeiten. Nach der Transaktion, von deren Erfolg Petrikovits überzeugt ist, werden die Bankschulden auf insgesamt 3,5 Milliarden € reduziert sein. Dabei, so wird mitgeteilt, betragen die darin enthaltenen besicherten Verbindlichkeiten ca. 3,3 Milliarden €, 200 Millionen € entfallen auf unbesicherte Verbindlichkeiten.

Neues von Immoeast: Atrium Park, Budapest

Die Immoeast hat im Rahmen ihres laufenden Investitionsprogramms eine weitere große Akquisition in Budapest abgeschlossen. Das Büroprojekt „Atrium Park“ wurde in Form eines Forward Purchase gekauft, das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 100 Millionen Euro.

Der Atrium Park ist ein Entwicklungsprojekt im Stadtteil Pest nahe der Vaci Ut, des wichtigsten Bürostandorts der ungarischen Hauptstadt. In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei U-Bahn-Haltestellen sowie Stationen mehrerer Bus- und Straßenbahnlinien. Die Gesamtnutzfläche beträgt rund 56.000 m², davon mehr als 30.000 m² Büros. Dazu kommen Lager- und Geschäftsflächen, Konferenzräume, Freizeiteinrichtungen und 733 Garagenplätze.

Der Atrium Park wird im 1. Quartal 2008 fertiggestellt werden. Bereits jetzt ist das Gebäude etwa zur Hälfte vorvermietet. Der Großteil der Fläche wird von öffentlichen Stellen wie der staatlichen Infrastrukturentwicklungsgesellschaft und der Autobahnverwaltung sowie dem Europäischen Sozialfonds in Anspruch genommen, ein weiterer Großmieter ist ein internationaler Konzern.

„Mit dem Atrium Park konnten wir eines der attraktivsten neuen Büroobjekte in Budapest erwerben“, freut sich Immoeast-Generaldirektor Karl Petrikovics. „Der Standort ist erstklassig und das Gebäude ist sehr sorgfältig konzipiert. Die ausgezeichnet verlaufende Vorvermietung zeigt auch, dass es den aktuellen Marktanforderungen bestens entspricht.“

Sonntag, 11. November 2007

Analysten der Südwestbank vorsichtig

Die Freude über die Zinssenkung der FED in den USA hielt nicht lange an. Nachdem die US-Investmentbank Merrill Lynch milliardenschwere Abschreibungen im Rahmen der Subprime-Krise eingestand, löste die Mitteilung der Citigroup, die ihren Kapitalbedarf in dieser Sache auf 30 Milliarden US-Dollar bezifferte, hektische Verkaufswellen an den Kapitalmärkten aus. Angesichts der noch schwelenden Finanzmarktkrise bleibt der Aktienmarkt in einer abwartenden Haltung, meinen die Analysten der Südwestbank.

Das Jahr 2007 setzt zum Schlussspurt an. So zeichnet sich ab, dass Anleger abermals ein erfreuliches Börsenjahr werden bilanzieren können, trotz der teilweise heftigen Kursstürze im zweiten Halbjahr. Das wäre bereits das fünfte aufeinander folgende Jahr mit steigenden Kursen. Die Südwestbank AG hat ihren Hauptsitz in Stuttgart und verfügt über 25 Filialen in Baden-Württemberg.

Samstag, 10. November 2007

Von der "Wohnungskommission" abgelehnt

HIER GEHT ES DARUM, einer hochschwangeren, unverschuldet in Not geratenen Frau zu helfen, die dieser Tage in Wien delogiert wird und trotzdem von der Gemeinde Wien keine kleine "Notfallswohnung" bekommt, weil sie von der sog. "Wohnungskommission" abgelehnt wurde. Delogierung droht: Die arme Frau kann dzt. sowieso ihr Hab und Gut weder einpacken noch schleppen, weil sie sich wegen der Gefahr einer Frühgeburt schonen muss. Wer einmal gesehen hat, wie sehr sich die 36-jährige auf ihr erstes Kind (!) freut, der kann die Not der Frau besser verstehen. Hier könnt ihr helfen, ohne auch nur einen Cent "spenden" zu müssen.

Von der „Wohnungskommission“ abgelehnt: wie lange wird schwangere, unverschuldet in Not geratene Frau in der Obdachlosigkeit durchhalten? Fälle wie der der Angelika M. beschäftigen Rathaus, Hilfsorganisationen und Öffentlichkeit. Alle Augen sind jetzt auf die Leiterin der Wohnungskommission und der Sozialen Wohnungsvergabe gerichtet, auf die prominente SP - Landtagsabgeordnete Gabriele Mörk.

hartensteynkolumne-klein

Im Fall der völlig verzweifelten hochschwangeren und alleinstehenden Frau Angelika M. (Name von der Redaktion geändert) gibt es nach der Ablehnung durch die gefürchtete "Wohnungskommission" auch immer wieder Positives zu berichten: Mit viel Kompetenz und Einfühlungsvermögen wurde Angelika M. bei einer Vorsprache in der Mag Elf (MA 11) beraten: "Wir könnten Ihnen sogar ein Schreiben ausstellen, dass wir eine Wohnungsvergabe befürworten würden" (MA 11 - Beraterin Arnethgasse).

Nun hoffen wir vor allem auf die Frau Landtagsabgeordnete Gabriele Mörk, die Leiterin der Wohnungskommission (seit 2003 Leiterin der Sozialen Wohnungsvergabe und Wohnungskommission bei der MA 50). Bitte helfen Sie Angelika M.! Ihre Zielgruppe, Frau Abgeordnete Mörk:

Personen, die unverschuldet und unvorhersehbar ihre bisherige Wohnung verlieren
und von denen die eigenständige Lösung ihres Wohnungsproblems nicht erwartet
werden kann.

Freitag, 9. November 2007

Derivate - Forum: Markt wächst weiter

Der Derivate-Markt befindet sich weiter im Aufwind: So stieg das ausstehende Volumen (Open Interest) in derivativen Wertpapieren bei Privatanlegern innerhalb der ersten drei Quartale des Jahres 2007 um 21 Prozent. Das ist das Ergebnis der Erhebung des Marktvolumens, die im Auftrag des Derivate Forums bei 13 Emittenten monatlich durchgeführt wird. Auf Basis dieser Erhebung schätzt das Derivate Forum das Volumen des Gesamtmarktes auf 139,4 Milliarden Euro – nach 137 Milliarden Euro im Vormonat.

Im Monat September ist das von Privatanlegern in derivative Wertpapiere investierte Volumen um 1,9 Prozent auf 97,6 Milliarden Euro gewachsen. Von dieser Steigerung entfielen allerdings 1,4 Prozentpunkte auf Preiseffekte, sodass die Nettomittelzuflüsse noch 0,5 Prozent betrugen. Wie bisher in jedem Monat seit Bestehen der Statistik kann die Derivateindustrie wiederum ein Neugeschäft verzeichnen – im September gab es Nettomittelzuflüsse in Höhe von 493,7 Millionen Euro

Rohstoffe sind en vogue

Differenziert nach Basiswerten lässt sich eine verstärkte Nachfrage nach Derivaten auf Währungen und Rohstoffe beobachten. Das in Anlagezertifikate investierte Volumen wuchs hier um 9,5 Prozent beziehungsweise 136,3 Millionen Euro, bei den Hebelprodukten waren es sogar 37,9 Prozent beziehungsweise 66,5 Millionen Euro. Doch auch die klassischen Anlagezertifikate auf Aktien – mit einem Open Interest von 82 Milliarden Euro größter Posten – legten zu: um 1,9 Prozent beziehungsweise 1,5 Milliarden Euro.

Sicherheit auf der Poleposition

Betrachtet man die einzelnen Produktkategorien, konnten im September Bonus- und Teilschutzzertifikate den größten Zuwachs verzeichnen – das in diese Produktkategorie investierte Volumen stieg um 4,4 Prozent auf nun 20,1 Milliarden Euro. Ebenfalls deutlich zulegen konnten die Garantiezertifikate mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent. Sie blieben mit einem Anteil von 32,4 Prozent am ausstehenden Volumen die größte Kategorie.

Auf den gesamten Zeitraum von Januar bis September gesehen, waren bei Privatanlegern vor allem Expresszertifikate gefragt, deren ausstehendes Volumen um 75,8 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro zulegte. Den zweiten Platz beim Wachstum belegten Discount-Zertifikate – hier stieg das investierte Volumen um 43,5 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro.

US - Schulden auf Rekordhöhe

Die Staatsverschuldung der USA hat erstmals die Marke von neun Billionen Dollar überschritten. Dies sind rund 30.000 Dollar für jeden der 300 Millionen Amerikaner. Die staatlichen Schulden machen inzwischen rund zwei Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts aus. Damit liegen die USA auf Platz 35 der höchst verschuldeten Staaten der Welt. Allein der Schuldendienst kostet das US-Finanzministerium inzwischen jährlich rund 500 Mrd. Dollar. Höher sind nur die Sozial- und die Rüstungsausgaben.

Gleichzeitig mit dem monumentalen Anstieg der Schulden im In- und Ausland hat der Dollar eine dramatische Talfahrt gegenüber dem Euro erlebt. Der „Greenback“ bewegt sich auf einem Rekordtief von rund 1,46 bis 1,47 Dollar je Euro und hat damit gegenüber der europäischen Währung seit dem Amtsantritt von US-Präsident George W. Bush rund zwei Drittel an Wert verloren.

Gleichzeitig droht der Ölpreis nicht zuletzt wegen der enormen Dollar-Schwäche auf über 100 Dollar je Barrel anzusteigen. Dies trifft die Verbraucher und Unternehmen weltweit. An den globalen Finanzmärkten geht gleichzeitig angesichts der von der amerikanischen Hypotheken- und Immobilienprobleme ausgelösten Kreditkrise die große Angst um. Dem Ausland schuldet Washington bereits mehr als zwei Billionen Dollar. Dies bringt Gefahren mit sich, falls Länder wie China, Japan oder die Ölstaaten ihre zu einem erheblichen Teil in Dollar gehaltenen Währungsreserven stärker auf andere Währungen umstellen sollten.

Dies könnte den Dollar noch stärker unter Druck bringen und erhebliche Inflationsgefahren für die USA bedeuten. Ausländische und inländische Anleger könnten dann nur durch stark angehobene Zinsen auf Staatsanleihen und andere US-Schuldtitel zum Kauf animiert werden, was die US-Konjunktur unter Druck setzen könnte.

Einstweilen ist davon aber noch nichts zu spüren: Im dritten Quartal wuchs die US-Wirtschaft erstaunlich stark – dank hoher Konsumausgaben und höherer Exporte. Zudem sind die US-Börsen nach wie vor in Rekordlaune.

finanztipp

lukrative beteiligungen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Kreditkrise schwappt...
Die seit Monaten zu vernehmenden Warnsignale internationaler...
finanztipp - 30. Nov, 22:28
RTB Bor und Mirko Kovats:...
Wie von uns berichtet ist Mirko Kovats der Höchstbieter...
finanztipp - 25. Nov, 22:21
Meinl - Bank - Skandal:...
Die Wiener Börse AG kündigt den Prime Market...
finanztipp - 24. Nov, 17:24
Von der "Wohnungskommission"...
HIER GEHT ES DARUM, einer hochschwangeren, unverschuldet...
finanztipp - 22. Nov, 13:21
MI Trade - internetbasierte...
Man Investments, einer der weltweit größten...
finanztipp - 19. Nov, 22:23

Links

Suche

 

Status

Online seit 583 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 8. Jan, 18:28

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren